

Edmund Löns, 1880-1964
Ilse II. und Löns

Anton Bartscher, 1867-1958
(Gründungsvorsitzender
des KlM-Verbandes 1912)

Dr.med.et.phil.
Friedrich Jungklaus, 1875-1953
Gruppenfoto anlässlich
einer VJP 1934
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Geschichte
Der Kleine Münsterländer ist ein vielseitiger Jagdgebrauchshund.
Sein Rassestandard (Rassekennzeichen) wurde 1921 von Friedrich Jungklaus
festgeschrieben und umfasste 12 Punkte.
1957 wurde dieser „Standard“ überarbeitet und 1964 bei
der FCI angemeldet.
Seit 1968 ist der Kleine Münsterländer eine von der FCI anerkannte
Jagdgebrauchshundrasse.
Die letzte Fassung stammt aus dem Jahre 2004 und ist bis heute gültig.
Der tiefere Sinn des Standard, der Körperformen und Aussehen festlegt,
bietet die Gewähr für die Arbeitstüchtigkeit in Feld, Wald
und Wasser.
Herkunft des KlM
Die Entwicklung des Kleinen Münsterländer Vorstehhundes ist im
Bereich des 19. Jahrhunderts anzusiedeln. Berichtet wird, dass um das Jahr
1870 im Münsterland langhaarige Wachtelhunde bekannt waren, die fest
vorstanden, enorme Spursicherheit zeigten und gut apportierten.
1906
veröffentlichte der bekannte Heidedichter Hermann Löns in der
Zeitschrift „Unser Jagdhund“ einen Aufruf, ihm Reste der Hannoverschen
Bracke anzuzeigen. Seine Brüder Edmund und Rudolf Löns fanden
auf den niedersächsischen Bauernhöfen jedoch einen vorstehenden
Wachtelhund, den sie „Heidewachtel“ nannten. Unermüdlich
suchten sie eine leidliche Zuchtbasis zusammen.
Neben
den Gebrüdern Löns bemühten sich in Westfalen Freiherr
von Bevervörde-Lohburg, Rühl-Bergsteinfurt und Anton Bartscher-Osnabrück
um eine leidliche Zuchtbasis der Reste der westfälischen Wachtelhunde.
Allerdings gelang dieses Ziel erst aus der Familienzucht des Hauptlehrers
Heitmann aus Burgsteinfurt.
Erst
1911 erfährt Löns von einer weiteren Zuchtfamilie, der sogenannte
„Dorstener Schlag“, der in der Gegend von Velen, Reeken und
Coesfeld gezüchtet wurde.
Bei
der Frage, woher nun diese kleinen tüchtigen Jagdhunde kamen, schieden
sich die Geister der Wiederentdecker erheblich.
Alteingesessene Münsterländer nannten diese Hunde Spione oder
Spannjer, gelegentlich auch Magisterhündchen, da insbesondere Pfarrer
und Lehrer Liebhaber dieser Tiere waren.
Eine
Hypothese des „von Otto“ (1904) besagt, dass die Kleinen Münsterländer
nichts anderes als eine Weiterzüchtung der „Epagneul-Breton“
sind, eine Rasse, die von jagdlustigen Offizieren Napoleons I. nach Westfalen
gebracht wurde.
Edmund Löns und Friedrich Jungklaus sprachen jedoch von einer bodenständigen
jahrhundertealten Einheitsrasse Nordwestdeutschlands und der Niederlande.
Nachweislich sollen sie schon 1812 herangezogen worden sein. Dieser Zeitrahmen
würde sich mit der Hypothese des Imports durch die Franzosen decken.
Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Gründung eines Vereins
Am 17. März 1912 wurde unter starker Beteiligung der einheimischen
Jäger der „Verein für Kleine Münsterländer Vorstehhunde
(Heidewachtel)“ in Osnabrück gegründet. Beschlossen wurden
von den 68 Mitgliedern die Satzung, das Zucht-Suchen-Reglement und die
Einrichtung eines Zuchtbuches.
Die
Kleinen Münsterländer wurden zwar wegen ihrer eindeutig geklärten
Rassekennzeichen nicht von den Veranstaltungen der damaligen Jagdhundeorganisation
(der Deutsche Jagdgebrauchshund-Verband wurde 1899 gegründet) ausgeschlossen
– die Organisatoren waren damals sehr tolerant.
Allerdings wirkte sich das Fehlen einer Rasse-Definition hemmend auf die
Vereinstätigkeit aus. Also publizierte Dr. med. et phil. Friedrich
Jungklaus im Jahre 1921 im Auftrag des Verbandes ein wissenschaftliches
Werk über den Kleinen Münsterländer und dessen Rassemerkmale.
Diese Ausfertigungen haben auch heute noch in ihren Grundzügen Gültigkeit.
Im
Dritten Reich kam es dann wegen dieser unterschiedlichen Auffassungen
in den Zuchtzielen zur Spaltung des Verbandes.
Neben dem Münsterländer Verband gründete sich der Deutsche
Heidewachtel Club. Beide Vereine konnten jedoch 1961 wieder zusammengeführt
werden. Seitdem wird mit den jeweils zugeführten Linien beider Vereine
nunmehr einheitlich gezüchtet.
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